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Salat wieder auf dem Teller - doch der Schaden ist angerichtet

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Salat wieder auf dem Teller - doch der Schaden ist angerichtet

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Salat darf nun wieder in Deutschland auf den Teller, die Verzehrwarnung für Gurken, Tomaten und Salat vom 25. Mai wurde am Freitag aufgehoben. Doch die Gemüsebranche klagt über nachhaltige Vertrauensverluste. Und europaweit fragt man sich, wie man den Schaden wieder gut machen und vorschnelle Warnungen künftig vermeiden kann.

Seit Freitag konzentriert sich nach dem ersten direkten EHEC-Bakterienfund auf Sprossen in Nordrhein-Westfalen der Verdacht auf dieses Gemüse. Mutter und Tochter einer Familie, die von den Sprossen gegessen hatten, sind immer noch schwer krank und können nicht befragt werden.

Mehr als dreißig Menschen sind bislang den EHEC-Infektionen erlegen. Doch die Zahl der Neuerkrankungen ist rückläufig, Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hofft daher, dass die EHEC-Welle allmählich abklingt.

Der Hof in Bienenbüttel, von dem die Sprossen stammten, ist inzwischen komplett gesperrt und darf kein Gemüse mehr in den Handel liefern. Unklar ist aber weiterhin, wie die Bakterien auf die Sprossen gelangten. Nach bisherigen Erkenntnissen sei in dem Betrieb nichts falsch gemacht worden, erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission räumt ein, man werde aus dieser Krise Lehren ziehen. Schnellstmöglich sei eingestanden worden, dass irrtümlich vor spezifischen Produkten aus Spanien gewarnt wurde. Man arbeite daran, dies zu korrigieren.

Der spanische Gemüsekonzern Frunet zog nun als erster wegen der Umsatzeinbußen in Hamburg vor Gericht und stellte wegen Verdachts auf Schlamperei der Behörden Antrag auf Akteneinsicht. Die EU hatte ihre Ausgleichszahlungen für die betroffenen Landwirte auf 210 Millionen Euro aufgestockt. Doch das ist weniger, als allein die spanischen Bauern als Verlust angeben. In Deutschland bezifferte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner die Einbußen auf rund 65 Millionen Euro, europaweit seien es bis zu 600 Millionen Euro.