Eilmeldung

Eilmeldung

Belgien: ein Jahr ohne Regierung - aber mit Humor

Sie lesen gerade:

Belgien: ein Jahr ohne Regierung - aber mit Humor

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Jahr ohne Regierung – doch in Belgien scheint die Sonne trotzdem und die Pommes bleiben die besten der Welt. Umfragen zufolge machen sich die Belgier Sorgen, auf der Straße aber antworten die meisten mit abgeklärtem Kopfschütteln oder mit Humor.

Der Flame Peter de Maegt produziert ein Fernseh-Programm über einen Wallonen, der die niederländsichsprachige Landshälfte erst entdecken muss: “Das ist natürlich ironisch! Es geht vor allem um die flämischen Nationalisten. Aber ich versuche auch, einen Dialog mit ihnen anzustossen.”

‘Rhode-Saint-Genèse’ liegt gleich am Rand der Hauptstadt Brüssel und ginge es nach den Flamen, dürfte der Ort nur noch flämisch ‘Sint-Genesius-Rode’ heißen, denn er gehört formal zu Flandern – auch wenn fast 70 Prozent der Einwohner sich als ‘französischsprachig’ bezeichnen.

Eine Passantin erklärt, sie sehe keinen wirklichen Konflikt zwischen den Menschen. “Die Politiker haben uns diesen ganzen Mist eingebrockt – die brauchen Streit um zu existieren.” Ein anderer wundert sich über die gesamte politische Klasse: “Tagsüber und in den Medien streiten sie sich und schreien sich an – und am Abend sitzen sie wie Kumpel im Restaurant zusammen. Aber naja, so ist die Politik nun mal…”

Der Politiker auf den zur Zeit alle Augen gerichtet sind, trägt Fliege – und einen italienischen Namen. Der frühere wallonische Ministerpräsident Elio di Rupo versucht, doch noch eine Regierung zu bilden. Doch mit den flämischen Nationalisten um Wahlsieger Bart de Wever kommen die Diskussionen nicht weiter, aber ohne sie geht gar nichts.