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"Bitteres Glück" für die türkische Opposition

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"Bitteres Glück" für die türkische Opposition

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Auch die große Oppositionspartei der Türkei hat Grund zum Feiern – die laizistische CHP hat bei der Parlamentswahl knapp 26 Prozent der Stimmen bekommen – rund sechs Prozent mehr als beim letztenmal. Es ist das beste Ergebnis seit 1980.

Doch zum Sieg reichte die Aufholjagd eben doch nicht. “Bitteres Glück” heißt das in den Schlagzeilen. Andere würdigen, was Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu in einem Jahr an der Spitze der Republikanischen Volkspartei erreicht hat – 3,5 Millionen neue Wähler.

Nach der Wahl sei vor der Wahl, so Kılıçdaroğlus Philosophie.

Kemal Kılıçdaroğlu, Parteichef der CHP:

“Wir werden das Verfassungsprojekt ganz genau verfolgen: Freiheit, Gleichheit von Männern und Frauen, Freiheit der Presse. Und wir kämpfen weiter für eine Türkei auf einerAugenhöhe mit den anderen Ländern: modern und zivilisiert.”

Die Kurden in Diyarbakir feierten die Erfolgsstrategie gegen die selektive 10-Prozent-Hürde. “Unabhängige” kurdische Kandidaten kommen zusammen auf 6,5 Prozent der Sitze im Parlament.

Aber noch wissen die 20 Prozent der Türken mit kurdischen Wurzeln nicht, ob und wie sie sich in der neuen Verfassung wiederfinden – das läßt Raum für Frust, der sich nach der Feier in einer Rauferei mit der Polizei entlud.

In der Provinz Sirnak ging eine Handgranate hoch und verletzte elf Menschen.