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Italien: Atom-Volksabstimmung mit reger Beteiligung

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Italien: Atom-Volksabstimmung mit reger Beteiligung

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Italien hat über seinen zukünftigen Weg in der Atompolitik entschieden. Bereits kurz vor der Schließung der Wahllokale um 15.00 Uhr gab das Innenministerium bekannt, dass nach Hochrechnungen mehr als 50 Prozent der Wahlberechtigten abstimmten und das Referendum damit gültig ist. Es ist das erste Mal seit 16 Jahren, dass eine Volksabstimmung in Italien diese Hürde genommen hat.
 
Wohl ging es bei dem Referendum auch um die Privatisierung der Wasserversorgung und ein Amnestiegesetz für die Regierung, im Mittelpunkt jedoch stand die Frage, ob Italien wieder in die Atomkraft einsteigen soll. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte vor zwei Jahren neue Investitionen in die Kernkraft angekündigt. Beobachter gehen davon aus, dass ihm die Wähler eine Absage erteilt haben - die zweite, herbe Niederlage für Berlusconi nach den Regionalwahlen.
 
Die Opposition hatte für die Teilnahme an der Abstimmung geworben, während Berlusconi vergeblich versuchte, sie zu verhindern. Mit einem Nein der Italiener zur Atomkraft könnte nun auch seine Regierungskoalition in Gefahr geraten.