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Italien: In Atomfrage zeichnet sich Schlappe für Berlusconi ab

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Italien: In Atomfrage zeichnet sich Schlappe für Berlusconi ab

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Die Italiener haben in einer Volksabstimmung über den künftigen Kurs ihres Landes in der Atompolitik entschieden. Nach Angaben des Innenministeriums lag die Wahlbeteiligung mit rund 57 Prozent deutlich über dem erforderlichen Quorum von 50 Prozent. Damit ist die Abstimmung gültig – und nach Auszählung einiger tausend Wahlbezirke zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Demnach stimmten mehr als 90 Prozent gegen den Wiedereinstieg des Landes in die Atomkraft. “Ich habe für den endgültigen Atomausstieg votiert”, meint eine Frau, “denn wir können auch alternative Energien nutzen.” Und eine andere Wählerin hält Atomkraft zwar für notwendig, “aber darüber kann man nicht in einem Referendum entscheiden und wir sind auch nicht in der Lage, wirklich sichere Atomkraftwerke zu bauen”.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi versuchte in einer Pressekonferenz mit seinem israelischen Kollegen Benjamin Netanjahu, die absehbare Niederlage zu überspielen. “Wir müssen uns wahrscheinlich von der Idee neuer Atomkraftwerke verabschieden”, meinte er, “und uns stärker auf das Feld der erneuerbaren Energien konzentrieren.” Berlusconi hatte den Bau von vier neuen Atommeilern in Italien geplant und sogar zu einem Boykott des Referendums aufgerufen. Es ist bereits die zweite, herbe Niederlage für den italienischen Regierungschef nach jener bei den Regionalwahlen vor zwei Wochen.