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Ist Athen vor der Pleite zu retten?

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Ist Athen vor der Pleite zu retten?

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Die Euro-Länder streiten über den richtigen Weg zur Rettung Griechenlands vor der Staatspleite. Nach unbestätigen Informationen geht es um nochmals 90 bis 120 Milliarden Euro. Bereits im vergangenen Jahr waren Athen Kredite von 110 Milliarden Euro zugesagt worden. Bei dem Treffen der Euro-Finanzchefs an diesem Dienstag in Brüssel gab es keine Einigung. Alle Optionen lägen auf dem Tisch, so der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker. Nur Stunden vorher stufte die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit gleich um drei Noten auf das “CCC” herab. Die Agentur hält Kreditvergaben an Athen für hochriskant und einen Zahlungsausfall für immer wahrscheinlicher. “Dies ist ein Beispiel für kollektives Versagen in Sachen Koordination”, so Yanis Varoufakis von der Athener Universität über die Bemühungen in Brüssel. “Man beschönigt die Dinge, indem man von einer Neustrukturierung der Schulden spricht. Es geht den Euro-Finanzministern eher um eine sprachliche Übereinkunft als darum, wirklich etwas zu tun.”

Wird ein neues Hilfspaket für Athen geschnürt, fordert Deutschland, private Gläubiger – also Banken und Versicherungen – an den Kosten zu beteiligen. Das aber ist umstritten. Und vor allem: Die Europäische Zentralbank ist dagegen. Eine Entscheidung wird beim EU-Gipfeltreffen in der komenden Woche erwartet.