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Athen - Heimat des Pleitegeiers?

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Athen - Heimat des Pleitegeiers?

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Der Internationale Währungsfond und die Europäische Union haben versucht ihn zu verscheuchen, doch der Pleitegeier kreist weiter über der Akropolis.

Dabei hatten sich die griechische Regierung, der IWF und die EU im Mai vergangenen Jahres darauf geeinigt, das verhasste Federvieh gemeinsam zu verjagen.

Griechenlands Ministerpräsident Giorgios Papandreou erklärte: “Ich bin mir bewusst, dass unser heutiger Beschluss von den Bürgern viele Opfer abverlangen wird. Doch jede andere Route würde uns in eine Katastrophe führen.”

Der IWF und die EU schnürten für Griechenland ein 110 Milliarden schweres Hilfspaket. Bis dato wurden davon 53 Milliarden Euro überwiesen.

Im Gegenzug verpflichtete sich Athen dazu seine Ausgaben um 30 Milliarden Euro zu kürzen. Das war der Plan.

Mit Hilfe der Massnahmen sollte das Defizit Griechenlands von 10,5 auf 7,5 Prozent gesenkt werden. Das Parlament in Athen verabschiedete den Sparkurs, ungeachtet der Proteste seines Volkes.

Vor allem die griechischen Rentner traf es schwer. Das Renteneintrittsalter der Frauen wurde dem der Männer angepasst, sie müssen jetzt auch bis 65 arbeiten. Und die Renten wurden gekürzt. Der Pleitegeier zog trotzdem seine Runden.

Das Bruttoinlandprodukt fiel 2010 um 4 Prozent. Optimistische Prognosen ließen auf einen Aufschwung hoffen. Das Gegenteil trat ein. Anfang 2011 ging das Bruttoinlandprodukt weiter zurück.

Im vergangenen Mai reisten die Inspektoren des FMIs und der EU nach Athen. Nach einem Blick in die Bücher voller roter Zahlen, zogen sie die Notbremse. Nur wenn Griechenland seinen Gürtel noch enger schnallt, fließt weiter Geld. Vorerst wurden die Zahlungen aus dem Hilfspaket also gestoppt.

Griechenland wird von seinem rund 350 Milliarden schweren Schuldenberg erdrückt. Das entspricht der Leistung der gesamten griechischen Wirtschaft in anderthalb Jahren. Das Hilfspaket von 2010 wird nicht ausreichen. Das Land benötigt weitere Notkredite.