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Die Assads - wie der Vater, so der Sohn?

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Die Assads - wie der Vater, so der Sohn?

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Das syrische Volk hatte große Erwartungen an Baschar al-Assad, als er vor 11 Jahren Präsident wurde. Manch einer träumte sogar von Demokratie. Weit gefehlt, der frühere Hoffnungsträger Assad regiert mit eiserner Hand und lässt sein Volk niederknüppeln.

Assad will anscheinend das Regime, das ihm sein Vater Hafis vererbte mit aller Macht aufrechterhalten.

Dabei war eigentlich Basil, sein älterer Bruder als Nachfolger vorgesehen. Doch Basil starb bei einem Autounfall und Baschar musste in die Bresche springen. Der studierte Augenarzt lebte damals in London und hatte mit Politik nicht viel am Hut.

Sein Vater Hafis, der sich 1970 an die Macht putschte, hat den Polizeistaat aufgebaut. Alle Bereiche des öffentlichen Lebens werden bis heute staatlich kontrolliert. Ein lückenloses Netz von Spitzeln sorgt dafür, dass Kritiker systematisch unterdrückt werden. Neben den Geheimdiensten werden auch die Elitedivisonen des Militärs von der Familie Assad geführt. Bislang gelang es dem Clan alle Proteste niederzuschlagen.

Der arabische Frühling stellte Baschar vor eine Herausforderung. Anfangs kursierte das Gerücht, dass Baschar den Ausnahmezustand, der 1963 verhängt wurde, aufheben werde. Doch bei seiner Rede vor dem Parlament verflog jegliche Hoffnung. Baschar bleibt dem alten Kurs treu.

Im Westen wird seitdem spekuliert. Hatte Baschar jemals vor, Reformen durchzuführen? Und wenn ja, hat er das Sagen oder seine Familie und Berater? Kurz, wieviel Spielraum hat der syrische Präsident?

Der Familienclan Assad wird von vier Männern regiert. Baschars Bruder, Maher, befehligt die Armee und die Republikanische Garde. Sein Schwager, Assaf Chawkat, leitet die Geheimdienste.

Und seine Kusins, die Brüder Makhlouf sind verantwortlich für den Sicherheitsdienst in Damaskus und die schwarzen Kassen.

Ist Baschar also nur eine Marionette des Regimes?

Fest steht: seine Familie, die religiöse Minderheit der Alawiten und die Armee profitieren von dem System. Sie werden alles daran setzen, um eine Machtübernahme der sunnitischen Mehrheit zu verhindern.

Syrien verfügt auch im Ausland über viel Einfluss und hat treue Verbündete. Der Iran und die Hisbollah zählen zu seinen Unterstützern. Teheran soll Experten nach Damaskus gesandt haben, um Syrien bei der Unterdrückung seiner Opposition zu helfen.

Assad klammert sich an der Macht fest, doch die Demonstranten bleiben hartnäckig. Sie riskieren bei jeder Kundgebung ihr Leben und fordern seinen Sturz.