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Belgiens Züge haben ein bisschen Sonne im System

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Belgiens Züge haben ein bisschen Sonne im System

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Dieser rund drei Kilometer lange Zugtunnel in Belgien ist neuerdings Schauplatz eines einzigartigen Solarprojekts. Der Tunnel befindet sich bei Antwerpen an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Amsterdam. Eigentlich wurde er gebaut, um Züge und Gleise vor herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen zu schützen. Jetzt dient er zusätzlich als Untersatz für 16 000 Solarplatten.

Genutzt wird der Tunnel-Strom für Züge sowie den Antwerpener Bahnhof. Beteiligt an dem Projekt sind mehrere Firmen, darunter auch Infrabel, ein Tochterunternehmen der Belgischen Bahn. Infrabel verwaltet die Anlage.

Frederic Sacre, Infrabel-Sprecher, sagt:

“Hier, im Inneren des Zuges, merkt man nichts besonderes, da er ja bereits mit Strom betrieben wird. Aber es ist das erste Mal, dass der Strom von Solarzellen erzeugt wird, die auf einem Teil der Infrabel-Infrastruktur angebracht wurden.”

Die Sonnenkollektoren auf dem Tunnel erzeugen pro Jahr rund 3.300 Megawattstunden, und damit etwa so viel, wie 950 Haushalte im Jahr verbrauchen. Und: über die kommenden 20 Jahre soll die Solaranlage CO2-Emissionen von rund 47,3 Millionen Kilo einsparen. Die Projektkosten teilen sich die beteiligten Partner.

Frederic Sacre: “Die Investition von Infrabel hier ist minimal, wir sprechen von weniger als einem Prozent der Gesamtkosten des Projekts, die sich auf ungefähr 16 Millionen Euro belaufen. Das ist also nicht sehr kostspielig für uns. Im Gegenteil, es ist eine minimale Investition mit einem enormen Gewinn für die Umwelt.”

Laut Infrabel soll pro Jahr auf dem Tunneldach so viel Strom entstehen, dass rein rechnerisch der gesamte Zugverkehr Belgiens einen Tag lang ausschließlich mit Sonnenstrom betrieben werden könnte.