Eilmeldung

Eilmeldung

Griechenland: Milliarden Schulden, leere Kassen und jetzt?

Sie lesen gerade:

Griechenland: Milliarden Schulden, leere Kassen und jetzt?

Schriftgrösse Aa Aa

Ganz Europa verfolgt das Finanzdrama in Griechenland. Der zweite Akt bietet wenig

Überraschungen, das hochverschuldete Griechenland kann nur die Flucht nach vorn antreten mit weiteren drakonischen Sparmassnahmen.

Die führenden Ratingagenturen haben Griechenlands Kreditwürdigkeit noch einmal drastisch herabgestuft. Das Land kann sich somit erst einmal kein Geld auf den Finanzmärkten leihen.

“Angesichts der drohenden Pleite, die über den Köpfen der Griechen schwebt, wird das Sparprogramm wahrscheinlich verabschiedet,” so der Chefökonom der Alpha Bank.

Athen scheint von den Göttern gestraft, trotz aller Bemühungen wird der Schuldenberg nicht kleiner sondern größer. Sisyphos lässt grüßen. Die griechische Regierung will bis 2015 das Defizit um 28,5 Milliarden Euro verringern. Soweit der Sparplan.

Um das zu bewerkstelligen, sollen Milliarden bei den Sozialhilfen, den Gehältern im öffentlichen Dienst und den Gesundheitsausgaben gekürzt werden.

Auch beim Verteidigungsbudget soll in den kommenden vier Jahren der Rotstift angesetzt werden, um 1,2 Milliarden Euro einzusparen.

Nicht nur Kürzungen stehen auf dem Programm, Griechenland will auch seine Einnahmen erhöhen und zieht die Steuerschraube an. Wer Häuser besitzt, oder stolzer Eigentümer einer Yacht, eines Swimmingpools oder einer Luxuslimousine ist, müsste künftig mehr Steuern zahlen. Die neue Solidaritätssteuer indes würde alle Haushalte betreffen.

Die griechische Regierung rechnet damit, dass die Steuererhöhungen ihr in den nächsten vier Jahren einen Geldsegen von mehr als 6 Milliarden Euro bescheren werden.

Athen will auch den Betrug bei der Sozialversicherung und die Schwarzarbeit bekämpfen, um so weitere 3 Milliarden Euro in die Staatskassen zu bringen.

Auch durch Steuerflucht verliert der Staat Geld. Das soll ein Ende haben und sofern der Plan aufgeht, wären das 3 Milliarden Euro zusätzlich.

Griechenland ist außerdem bereit seinen Familienschmuck zu verkaufen. Die geplanten Privatisierungen sollen bis 2015 mehr als 50 Milliarden Euro einbringen, sofern sich Käufer finden. Öffentliche Unternehmen aber auch Häfen und Flugplätze werden demnächst zum Verkauf angeboten. Pessimisten bezweifeln, dass sich die Pleite so abwenden lässt.