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Neuer Kaida-Chef

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Die Terrororganisation Al-Kaida hat mit dem Arzt Eiman al-Sawahri einen neuen Anführer gefunden.

Der aus einer angesehenen Kairoer Familie stammente Mediziner galt westlichen Experten lange als Chefideologe der Al-Kaida mit großem Einfluss auf Bin Laden. Auch gilt der als hochintelligent und einzelgängerisch beschriebene al-Sawahri als mindestens so radikal wie sein Vorgänger.

Wie Osama bin Laden gehört der Ägypter zu den Al-Kaida-Mitgliedern der ersten Stunde. Al-Sawahri war in seiner Heimat schon vor den Anschlägen vom 11. September 2001 einer der meistgesuchten Terroristen.

In religiösen Fragen ist Al-Sawahiri vermutlich belesener, als Bin Laden es war. Er predigt Hass auf Amerikaner, Juden und andere “Ungläubige” sowie Gewalt gegen die “vom Glauben abgefallenen

arabischen Führer”.

Folgerichtig unterstützte der als wenig charismatisch geltende neue Kaida-Führer auch von Anfang an die Revolte in Ägypten gegen Mubarak und andere Machthaber in den arabischen Ländern.

Der Lebenslauf des neuen Terror-Chefs:

In jungen Jahren schloss sich Al-Sawahiri der ägyptischen Muslimbruderschaft an. Später wechselte er zum radikaleren Islamischen Dschihad, der Ägypten mit Gewalt in einen Gottesstaat verwandeln wollte. Dabei

lernte er auch die Haft in ägyptischen Gefängnissen kennen. Später unterstützte Al-Sawahiri den Kampf gegen die Sowjet-Truppen in Afghanistan. Als Arzt heuerte er beim Roten Halbmond an, der sich

um die Kriegsverletzten auf Seiten der muslimischen Kämpfer kümmerte.Dabei lernte er in Pakistan Bin Laden kennen. Als er sich 1998 endgültig mit Bin Laden zusammenschloss, brachte er Dutzende Mitkämpfer vom radikalen Flügel seiner Dschihad-Gruppe mit.

Für seine Rolle bei tödlichen Terroranschlägen in Ägypten wurde er in seiner Heimat zum Tode verurteilt. Die USA haben auf ihn

ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.