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Marokkaner feiern angekündigte Verfassungsreform

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Marokkaner feiern angekündigte Verfassungsreform

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Die in Marokko angekündigte Verfassungsreform ist in Teilen der Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen worden. Nach der im Fernsehen übertragenen Rede von König Mohammed VI. feierten Tausende auf den Straßen. Immer wieder sangen sie den Wahlspruch des Königreichs: “Für Gott, Land und König”.

“Eine bewegende, historische Rede, die unser Land reformiert. Wir werden dem König auf Schritt und Tritt folgen”, ruft dieser junge Mann in Rabat.

Wird der Verfassungsentwurf in einem Referendum im Juli angenommen, dann wird Tamazight, die Sprache der Berber, neben Arabisch zur offiziellen Amtssprache. Die Zustimmung dieser Berberin zur neuen Verfassung ist daher sicher.

König Mohammed hatte im März unter dem Eindruck der Demokratiebewegungen in Nordafrika politische Reformen angekündigt. In seiner Fernsehansprache am Freitag kündigte er an, dass er auf einen Teil seiner Macht zugunsten des Ministerpräsidenten verzichten will. Der Regierungschef wird weiter vom König eingesetzt, muss aber in Zukunft der Kandidat der stärksten Partei im Parlament sein.

Der König bleibt jedoch weiterhin der oberste Befehlshaber der Streitkräfte und die höchste religiöse Autorität in Marokko. Für viele Anhänger der Opposition sind die angebotenten Zugeständnisse daher zu wenig und kommen zu spät. Die Bewegung 20 Februar, die die marokkanische Opposition mobilisiert hat, ruft daher zu weiteren Demonstrationen im Königreich des Westens auf.