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"Bei der Paris Air Show, werden wir den Optimismus des Flugverkehrs erleben"

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"Bei der Paris Air Show, werden wir den Optimismus des Flugverkehrs erleben"

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Ein Interview mit Richard Aboulafia, Vize-Präsident der Analysis of the Teal Group Corporation
 
euronews: Die Paris Air Show zählt zu den führenden Luft- und Raumfahrtausstellungen weltweit. Was können wir dieses Jahr erwarten?
 
Richard Aboulafia: Wir werden eine gute Auftragslage, technischen Fortschritt in den Schlüsselbereichen und viel Optimismus erleben. Kurz gesagt, die Branche ist größtenteils unabhängig von der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung.
 
euronews: Die meisten Hersteller steigern die Leistung ihrer Flugzeuge, gleichzeitig hat IATA aber einen Abbau der Profite der Fluggesellschaften voraus gesagt. Wie sieht die Zukunft der Luftverkehrsindustrie aus?
 
Richard Aboulafia: Im Moment haben wir eine ganz gute Kombination aus einer beträchtlichen Anzahl an Flugreisenden, dazu ist der Ölpreis für die Fluggesellschaften hoch genug um neues Equipment zu nutzen (aber nicht zu hoch um die Fluggesellschaften zu ruinieren) und dazu kommt eine Menge Geld von der Regierung und der Privatwirtschaft. Wir bieten attraktive Investment- Möglichkeiten in der Fluglinien- und Luftfahrzeug-Branche.

Allerdings wird die Anzahl der Flugreisenden immer weniger. Wenn es sich nun genauso entwickelt, wie die träge Wirtschaft in den USA und Europa, dann könnte uns eine Überkapazität an Flugzeugen blühen.
   
euronews: Airbus hat sich dazu entschieden sein Single-Aisle-Modell nachzurüsten. Für das A320neo wartet man auf neue technische Fortschritte, um ein völlig neues Flugzeug heraus zu bringen. Jeder schaut was bei Boing passieren wird. Was meinen Sie dazu?
 
Richard Aboulafia: Airbus hat die richtige Entscheidung getroffen. Die Motoren sind wirklich die einzige technische Neuheit, die die neuen schmalgebauten Flugzeuge in den nächsten 5-10 Jahren möglich machen. Ich gehe davon aus, dass Boing es ihnen gleichtun muss, mit einer nachgerüsteten 737. Boeing sollte sein Programm beschleunigen. Das einzige was schlimmer als ein nachgemachtes Flugzeug wäre, ist eines produzieren zu müssen nachdem man einige hohe Verluste erlitten hat.
 
euronews: Auf der ganzen Welt wissen Passagiere, dass es in den letzten Jahren immer mehr Möglichkeiten gegeben hat, billig zu fliegen. Denken Sie das wird so weitergehen? 
  
Richard Aboulafia: Leider, ist es eine enmalige Sache, dass der gesamte Flugverkehr-Markt von den Billigfliegern (und von den verbliebenen Flluggesellschaften, die sich ihnen angleichen müssen) angetrieben wird. Das ist bereits in den USA und Europa passiert.

Die gute Nachricht ist, dass dieser Effekt immer noch in Asien am laufen ist.
In Asien wird es noch 5-10 Jahre ein starkes Wachstum geben, weil mehr Menschen Zugang zu billigen Flugtickets bekommen. Aber nach dieser einmaligen Entwicklung, wird der Flugverkehr wieder abhängig vom wirtschaftlichen Wachstum sein.