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Barroso: Beteiligung der Banken an Griechenlandhilfe darf nicht zu Zahlungsunfähigkeit führen

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Barroso: Beteiligung der Banken an Griechenlandhilfe darf nicht zu Zahlungsunfähigkeit führen

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Die Pressekonferenz des Präsidenten der Europäischen Kommission vor einem EU-Gipfeltreffen ist zwar Routine, aber an diesem Dienstag gesellte sich eine gewisse Nervosität hinzu. Zwar wollen die Staats- und Regierungschefs noch keine konkreten Entscheidungen im Zusammenhang mit der Griechenlandkrise treffen, dennoch kommentierte Jose Manuel Barroso den jüngsten Vorstoß der Rates zur Krisenbewältigung vorsichtig kritisch.

“Eine Beteiligung privater Kreditinstitute ist vertretbar, solange sie nicht zu einem ‘Credit Event’ oder einer, selbst begrenzten Zahlungsunfähigkeit führt, und solange sie in Abstimmung mit der Europäischen Zentralbank erfolgt.”

Für erneuten Druck auf Regierungen und Banken sorgten heute zwei Ratingagenturen mit der Ankündigung, selbst freiwillige Beteiligungen von Banken an einer Umschuldung als Zahlungsunfähigkeit zu werten. Der Wirtschaftsexperte Pierre Defraigne erläutert:

“Wenn man den Banken eine Beteiligung vorschreibt, dann kommt das einer Umschuldung oder sogar einer Umstrukturierung gleich, also einer eigenstandenen Zahlungsunfähigkeit. Und um die Banken zu überzeugen, müssen die Aktionäre mit an Bord sein. Sie wollen ihre Interessen vor einer Exponierung gegen griechische Schulden gewahrt wissen.”

Und in Griechenland selbst herrscht weiter alles andere als Einigkeit über den besten Weg aus der Krise. In der kommenden Woche steht im Parlament die Abstimmung über die jüngsten Sparmaßnahmen an.

Euronews Korrespondentin Joana Hostein:

“Ist die Lösung der Griechenlandkrise also nicht nur von der politischen Führung Europas, sondern auch von den Banken zu erwarten? Beteiligen sie sich am Rettungspaket, und wenn ja zu welchem Preis? Einmal mehr steht die europäische Kreditwirtschaft ungewollt im Rampenlicht.”