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Syrien - nach den sozialen und politischen auch religiöse Konflikte?

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Syrien - nach den sozialen und politischen auch religiöse Konflikte?

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Der Aufruhr in der arabischen Welt hat nach den Erfolgen der Unzufriedenen in Tunesien und Ägypten auch Syrien erreicht. Seit dem Staatsstreich von 1970 wird das Land von der Familie Assad mit harter Hand geführt.

Hart und blutig verlaufen hier die Auseinandersetzungen. Von bisher mehr als tausend Toten ist die Rede. Täglich fliehen Syrer in die benachbarte Türkei.

Die Minderheit der Alawiten in Syrien, zu denen die Herrscherfamilie Assad gehört, sind nicht identisch mit Aleviten, die ihren Namen von Ali ableiten, dem Schwiegersohn des Propheten Mohammed.

Der Präsident der Gemeinschaft der Alewiten in der Türkei, Ali Yeral, sagt im Gespräch mit dem euronews-Korrespondenten: “Wenn die Konflikte schlimmer werden, wenn religiöse Auseinandersetzungen dazu kommen, dann wirkt sich das auf die Nachbarländer aus. Auf die Türkei, Irak, Libanon. Alle Entwicklungen – positiv wie negativ – beeinflussen auch die Nachbarn.”

Diese Bilder stammen aus dem Libanon, einem anderen Nachbarland von Syrien. Rund 20 Jahre lang hatten die Herrscher aus Damaskus dort entscheidenden Einfluß. Als sich nun auch im Libanon Proteste gegen die Assad-Herrschaft regten, kam es zu blutigen Zusammenstößen.

Die Alawiten, zu denen die Familie Assad und ein großer Teil der Staats- und Militärführung gehört, macht in Syrien nur zehn Prozent der Bevölkerung aus.

Die Mehrheit der rund 20 Millionen Syrer bekennt sich zur sunnitischen Variante des Islam..

Im benachbarten Libanon sind Christentum sowie sunnitischer und schiitischer Islam etwa gleichstark vertreten.

Die Gemeinschaft der Aleviten sind hier wie auch in der Türkei eine kleine Minderheit.

In der Türkei sind die Sunniten in der Mehrheit.

Mit dem Staatsstreich von 1970 kam in Syrien die Minderheit der Alawiten an die Macht.

Damit war der Konflikt vorprogrammiert – eine kleine Gruppe, die von der Mehrheit aus religiösen Gründen abgelehnt wird, beherrscht den Staat.

Unter dem gegenwärtigen Präsidenten Baschar al Assad, der in einer Art dynastischer Thronfolge von seinem Vater Hafez eingesetzt wurde, ist eine alawitische Bourgeoisie entstanden.

Deren Reichtum steht das nach wie vor schwere Leben der zumeist sunnitischen Landbevölkerung gegenüber.

Der euronews-Korrespondent verweist auf die Befürchtung, dass neben den sozialen Konflikten, die zum Aufruhr geführt haben, sich nun auch noch religiös motivierte Gewalt entwickeln könnte.