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John Galliano und die Gedächtnislücken

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John Galliano und die Gedächtnislücken

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Der britische Modeschöpfer John Galliano, der wegen heftiger Verbalattacken in Paris vor Gericht steht, will sich an nichts erinnern können. Galliano wird vorgeworfen, im Februar in einer Pariser Bar zwei Gäste mit antisemitischen Äußerungen beschimpft zu haben. Ein von einem britischen Boulevardblatt veröffentlichtes Video aus dem Herbst 2010 scheint die Vorwürfe zu untermauern. Darin sieht man Galliano, wie er in einer Bar andere Gäste anpöbelt. “Ich liebe Hitler”, sagt er, und: “Solche Leute wie ihr wären dann tot.” Gallianos Anwalt Aurelien Hamelle verwies auf die Gedächtnislücken seines Mandanten: “Er hat dieses Video gesehen, aber er sieht einen Fremden, der diese Dinge sagt. Er weiß, dass das Video existiert und dass er selbst der Mann ist, der all das sagt. Heute wollte er nur klarstellen, dass er kein Antisemit ist.”

Der ehemalige künstlerische Direktor des Hauses Dior gab an, er sei alkohol- und medikamentenabhängig und könne sich daher an vieles nicht mehr erinnern. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe von mindestens 10.000 Euro. Ein Urteil wird Anfang September erwartet.