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Schutz vor Fehlkäufen im Internet

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Schutz vor Fehlkäufen im Internet

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Ein Klick reicht aus und viele Internetnutzer bekommen ein paar Tage später Dinge geliefert, die sie eigentlich gar nicht wollten. Damit soll bald Schluß sein: An diesem Donnerstag stimmte das Europaparlament für einheitliche Standards beim Internet-Kauf. Bisher glichen die Verbraucherrechte in Europa einem Flickenteppich aus vier verschiedene Richtlinien mit unzähligen Ergänzungen. 40 Tage lang dürfen künftig Waren zurückgeschickt werden, und die Informationen über Verkaufsbedingungen sollen verbessert werden.

Viviane Redding, die EU-Kommissarin für Grundrechte, erklärt, dass mit den neuen Regeln dem Mißbrauch ein Riegel vorgeschoben werden soll: “Mehrkosten für Kreditkarten, automatisch angeklickte Kästchen, durch die man zusätzlche Dinge bestellt. Wenn man zum Beispiel nur ein Flugticket will und sich plötzlich mit einer Versicherung wiederfindet. Das gebe es in Zukunft nicht mehr.”

Bei der belgischen Verbraucherschutzorganisation Test gehen jährlich mehr als 30 000 Klagen wegen Internet-Käufen ein. Hier beklagt man, dass viele Bereiche von den neuen Standards ausgeschlossen sind: Hotelzimmer, Autovermietung und Reisen zum Beispiel.

Gilles de Halleux ist bei Test für EU Regeln zuständig: “Diese Direktive ist keine Revolution, aber immerhin: zukünftig werden alle europäischen Konsumenten gleich behandelt, das ist ein positiver Punkt. Aber wir sind auch besorgt, dass Staaten zum Beispiel beschließen können, dass alle Käufe unter 50 Euro ausgeschlossen sind. Wenn man für weniger kauft, ist man nicht geschützt!”

Positive Punkte aber auch Paragraphenjungel, so unsere euronews-Kollegin in Brüssel, Christelle Pétrongari: “Die Direktive soll die Rechte der Verbraucher in den 27 EU Staaten verstärken. Aber: Verbraucherschützer befürchten auch, dass sie den Menschen, die ihre Rechte schon jetzt nicht gut kennen, das Leben noch zusätzlich erschweren. Die Antwort gibt es 2013, wenn die Regeln in Kraft treten!”