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"Wir können noch nicht auf eigenen Füßen stehen"

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"Wir können noch nicht auf eigenen Füßen stehen"

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Für die einen in Amerika geht der Afghanistan-Rückzug der US-Truppen nicht schnell genug. Andere finden ihn überstürzt. US-Präsident Barack Obama hat eine Gratwanderung geschafft mit seiner Ankündigung, bis Sommer nächsten Jahres rund ein Drittel der US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Und selbst der afghanische Präsident

Hamid Karzaï hat die Botschaft begrüsst.

Obama in seiner TV-Rede an die Nation:

“Wir werden es schaffen, bis zum Jahresende 10.000 Mann aus Afghanistan zurückzuholen. Und wir werden bis zum nächsten Sommer insgesamt 33.000 Soldaten nach Hause bringen. Das sind all die, die wir nach meiner Verstärkungs-Strategie von 2009 zusätzlich hingeschickt haben. Nach diesem ersten Abbau werden unsere Leute kontinuierlich weiter nach Hause geholt, in dem Mass, wie afghanische Sicherheitskräfte die Führung übernehmen”.

Das Land, von dem aus al-Kaida die Attacken des 11. September 2001 organisiert hatte, sei nicht länger eine terroristische Bedrohung für die Vereinigten Staaten.

Amerika müsse sich jetzt erst einmal auf sich selbst konzentrieren, so Obama – das Land hat massive Verschuldungs- und Beschäftigungsprobleme.

Manchen Afghanen geht der Rückzug nach zehn Jahren zu plötzlich.

Mohammad Amin Wahidi, Oberst in der afghanischen Armee:

“Die internationale Gemeinschaft ist nach wie vor verantwortlich für Afghanistan, das ist noch nicht vorbei, weil der Krieg auch noch nicht vorbei ist. Vergesst uns nicht, fordern wir. Wir können noch nicht auf eigenen Füßen stehen, und auch nach dem Übergang werden wir finanzielle Hilfe brauchen. “

Nach einer Studie des US-Senats geht Afghanistans Wirtschaftsleistung zu 97 Prozent auf ausländische Truppen und Helfer zurück. Taliban-Quellen nannten den angekündigten Rückzug symbolisch. Die

Islamisten fordern den Abzug aller Ausländer.