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Kroatischer EU-Beitritt: laue Gefühle in und außerhalb

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Kroatischer EU-Beitritt: laue Gefühle in und außerhalb

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Kroatien wird das 28. Mitglied der Europäischen Union. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel erklärten die 27 Staats- und Regierungschefs, Kroatien solle seine Bemühungen um politische Reformen vor allem im Justizbereich und bei Grundrechten “mit ungebrochenem Elan” fortsetzen und, dass das Land bis zum für Mitte 2013 vorgesehenen Beitritt unter Überwachung der EU stehe.

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy erklärte, er erwarte, dass die Verhandlungen schon vor Ende dieses Monats abgeschlossen werden, und der Beitrittsvertrag vor Ende des Jahres unterschrieben wird. “Dies wird der europäischen Bestimmung des gesamten westlichen Balkan neuen Auftrieb geben.”

Doch in Kroatien selbst lässt die Begeisterung nach 6 Jahren Verhandlungen nach: die Beitrittsgegner kommen in jüngsten Umfragen fast an die Werte der Befürworter heran.

Der kroatische Staatssekretär für Europafragen Andrej Plenkovic glaubt dennoch nicht, dass seine Landsleute Euroskeptiker geworden seien: “Im Beitrittsreferendum Ende des Jahres gibt es ganz sicher eine Mehrheit für das europäische Projekt”.

Mitte April hatte die EU noch scharf krtisiert, dass kroatischen Politiker – sowohl Präsident Ivo Josipovic als auch Ministerpräsidentin Jadranka Kosor – die Urteile gegen die Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac wegen Kriegsverbrechen im Kroatienkrieg 1991-1995 als “nicht akzeptabel” bezeichnet hatten.