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Nach Tauziehen: Draghi zu Trichet-Nachfolger ernannt

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Nach Tauziehen: Draghi zu Trichet-Nachfolger ernannt

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Der EU-Gipfel hat den Italiener Mario Draghi zum

neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank ernannt. Er wird damit ab dem 1. November Nachfolger von Jean-Claude Trichet in Frankfurt.

Draghi hatte keinen Gegenkandidaten, nachdem Deutschland nicht in der Lage war, nach dem Abgang von Bundesbankchef Axel Weber einen Kandidaten zu benennen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gratulierte Draghi zur Wahl und lobte dessen Engagement für Europa sowie dessen Kompetenz in Währungsfragen.

In der Tat hat der 63jährige Römer eine lange Karriere als Banker und Notenbanker hinter sich.

Seit 2006 ist er Präsident der Bank von Italien, zuvor war er im Vorstand der amerikanischen Bank Goldman Sachs.

Allerdings war seiner Bestätigung als EZB-Präsidenten durch den EU-Gipfel ein hartes Tauziehen vorangegangen. Zuvor musste sein Landsmann Lorenzo Bini Smaghi zusichern, seinen Sitz im Direktorium der Bank zu räumen.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollte es nicht hinnehmen, dass künftig zwei Italiener in der Chefetage der Bank sitzen könnten, während sein Land nach dem Ausscheiden von EZB-Chef

Jean-Claude Trichet nicht mehr vertreten gewesen wäre.