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Menschenrechte - das schwere Gepäck des Euro-Retters Wen


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Menschenrechte - das schwere Gepäck des Euro-Retters Wen

Protestierende Menschenrechtler haben Chinas Ministerpräsidenten Wen Jiabao auf Europareise in London empfangen – für Europas Politiker ein kniffliger Zwiespalt. Denn Wen Jiabao hat gerade Ungarn durch den massiven Kauf von Staatsanleihen gerettet.

Und wenn der Shakespeare-Fan sagt “der Euro zerbricht nicht”, dann ist das für Sein oder Nichtsein der Europawährung mindestens so effektiv wie der geplante dauerhafte Euro-Rettungsschirm – nur dass hinter Chinas Ministerpräsident das Dreifache an Devisenreserven steht – gut 2 000 Milliarden Euro.

Nach dreieinhalb Jahren Haft kam am Sonntag der Bürgerrechtler Hu Jia auf freien Fuß.

Er hatte in einem Internetblog Informationen über das Schicksal von Bürgerrechtlern gesammelt und Korruption und Versagen bei Parteikadern kritisiert.

Mehr als 5000 Regimekritiker sitzen in China noch hinter Gittern, schätzen Menschenrechtler, unter anderem Liu Xiaobo, der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2010.

Jerzy Buzek Präsident des EU-Parlaments:

“So jemand sollte belohnt werden, unterstützt und nicht eingesperrt.”

Nächstes Reiseziel von Wen Jiabao ist Berlin.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle will dabei auch den Fall des chinesischen Künstlers Ai Weiwei zur Sprache bringen. Auch er wurde freigelassen, nachdem er wochenlang spurlos verschwunden war, sagt aber nur noch Belangloses.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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