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Prozess gegen Entscheidungsträger der Roten Khmer

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Prozess gegen Entscheidungsträger der Roten Khmer

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Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Roten Khmer in Kambodscha stehen die wichtigsten noch lebenden Entscheidungsträger des Terror-Regimes vor Gericht. Es sind der frühere Chefideologe Nuon Chea, der inzwischen fast 80-jährige Ex-Staatschef Khieu Samphan, der damalige Außenminister Ieng Sary und seine Frau Ieng Thirith, die früher das Amt der Sozialministerin innehatte. Für Kambodscha ist dies der wichtigste Prozess zur Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels seiner Geschichte. Er sei über das Verfahren nicht glücklich, sagte der als “Bruder Nummer Zwei” berüchtigte frühere Chefideologe Nuon Chea. Die vier sind unter anderem wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. “Sie sollten nie aus der Haft entlassen werden”, meint eine Überlebende. “Ich wünsche, dass sie im Gefängnis umkommen, so wie sie meine Verwandten umgebracht haben.” Die Angeklagten lehnen jede Verantwortung für die unter ihrer Herrschaft begangenen Gräueltaten ab. “Jedes Mal wenn ein Prozess gegen die Roten Khmer stattfindet, bin ich zufrieden, denn mein Vater wurde vor den Augen meiner Mutter erschossen und ich musste das ebenfalls mitansehen”, sagt der 38-jährige Fahrer einer Rikscha. In einem ersten Verfahren hatte das von den UN unterstützte Gericht vor einem Jahr den Chef eines Foltergefängnisses verurteilt.