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Fortschritte in Japan zu langsam für die Betroffenen

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Fortschritte in Japan zu langsam für die Betroffenen

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Japan meldet Fortschritte bei der Bewältigung der Atomkrise in Fukushima. Seit Montag wird die Atomruine mit dekontaminierten Wasser gekühlt. Anstatt neues Wasser zu verwenden, wird nun die vorhandene verseuchte Brühe dekontaminiert.

Dazu ernannte Ministerpräsident Naoto Kan seinen Sonderberater Goshi Hosone zum Staatsminister, der sich in Zukunft ausschließlich um die Atomkrise kümmern soll.

Für viele Bewohner ist indessen seit dem 11. März die Zeit stehen geblieben. Sie warten darauf, dass ihre Städte wieder aufgebaut werden, um wieder ein normales Leben zu beginnen. Seit Mitte Mai gibt es im Fischerdorf Minamisanriku wieder Strom und Wasser zum Waschen. Kochen können die Menschen mit dem salzhaltigen Wasser allerdings nicht.

Eine 92-jährige Einwohnerin hält dennoch durch:

“Die Trümmer sind immer noch nicht weggeräumt worden. Und das wird auch nicht so schnell passieren. Ich frage mich, ob es hier im August anders aussehen wird.”

Eine Frau, die noch immer in einer Notunterkunft lebt:

“Wie lange wird es dauern, bis wir alles zurückbekommen, was einmal existiert hat. Supermärkte, Krankenhäuser, die Stadthalle. Keine Ahnung, wie lange es dauert, bis wir unsere Stadt zurückbekommen. Vielleicht Jahrzehnte.”

Einige der Bewohner versuchen, mit den herumliegenden Trümmern selbst ihre Häuser wieder aufzubauen. 4000 Menschen leben hier noch in den Notunterkünften, aber viele sind bereits zu Verwandten in eine andere Gegend gezogen.