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Rumänien gedenkt des Pogroms an Juden von Iasi

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Rumänien gedenkt des Pogroms an Juden von Iasi

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Vor 70 Jahren, Ende Juni 1941, wurden in wenigen Tagen mehr als 13.000 Juden in der ostrumänischen Stadt Iasi ermordet.

Den Befehl hatte der damalige Regierungschef Antonescu gegeben, ein Verbündeter Hitler-Deutschlands, das gerade die Sowjetunion angegriffen hatte. Unter Historikern gilt das Massaker als Geste der Unterstützung für Deutschland.

Iasi, zu deutsch Jassy, hatte einen hohen Anteil an jüdischer Bevölkerung. Unter dem Vorwand der Sabotage trieben Soldaten und Polizisten um den 28. Juni 1941 herum die Juden zum Polizeipräsidium. Schon auf dem Weg lagen laut Augenzeugen Verletzte und Tote auf den Straßen, im Präsidium seien weitere Juden totgeschlagen worden. Die übrigen wurden in Güterzüge verfrachtet, die tagelang bei sengender Hitze ohne Luftzufuhr absichtlich langsam durch das Land fuhren. Tausende erstickten in den hoffnungslos überfüllten Zügen.

1946 wurden mehrere Dutzend Täter von Rumäniens Volksgerichten verurteilt, die meisten zu lebenslanger Haft. Doch danach wurde das Massaker jahrzehntelang totgeschwiegen. Selbst in diesem Jahr sorgte es für einen Eklat, als Staatspräsident Basescu den damaligen Machthaber Antonescu von Schuld am Holocaust freisprach.