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Debatte über künftige Rolle des IWF

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Debatte über künftige Rolle des IWF

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Der Führungswechsel an der Spitze des IWF hat auch eine Debatte über die künftige Rolle der Institution ausgelöst. Die Meinungen darüber sind so mannigfaltig wie die Zusammensetzung des Fonds selbst. Dabei ist klar, dass jedes Land seine eigenen Interessen nicht aus den Augen verliert.

Auf einer Wirtschaftskonferenz in New York stellte Amar Bhidé von der Tufts Universität in Massachusetts die Existenz des IWF grundsätzlich in Frage. Als Beobachtungs- und Diskussionsforum gebe es bereits die OECD, da sei der Fonds überflüssig. In diesen harten Sparzeiten müsse überlegt werden, ob Institutionen erhalten werden sollten, für die verzweifelt nach einer Daseinsberechtigung gesucht werde.

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Edmund Phelps weist den Anspruch von Schwellenländern zurück, den IWF-Chefposten zu besetzen. Das Argument sei aus ihrer Sicht verständlich. Allerdings sei der IWF eine Gründung der reichen Länder gewesen. Und da es um deren Geld geht, sei es nur billig, wenn sie auch darüber entscheiden wollten, wie es ausgegeben werde.

Auch der Präsident der Inter-American Development Bank, Luis Alberto Moreno, sieht keinen grundsätzlichen Reformbedarf. Allerdings sollten die bestehenden Aufgaben noch geschärft werden.

Der IWF werde sich immer mit Zahlungsschwierigkeiten von Staaten beschäftigen müssen und Notlösungen vorschlagen. Zudem sollte der Fonds seine Rolle als Frühwarnsystem noch weiter ausbauen.

Die neue IWF-Direktorin Christine Lagarde wird jetzt Gelegenheit haben, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen.