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Nach 18 Monaten zurück: Frankreich erwartet freigelassene Geiseln aus Afghanistan

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Nach 18 Monaten zurück: Frankreich erwartet freigelassene Geiseln aus Afghanistan

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Unendliche Erleichterung bei Angehörigen und Freunden: Die beiden französischen Journalisten Stéphane Taponier und Hervé Ghesquiere, die seit eineinhalb Jahren in Afghanistan als Geiseln gehalten wurden, sind frei. Ursprünglich hatten sich ihre Unterstützer an diesem Tag in Paris zur Mahnwache genau 18 Monate nach der Geiselnahme versammelt – da kam die frohe Botschaft.

Auch Taponiers Mutter ist hier: “Das ist wundervoll, nach eineinhalb Jahren sind sie freigelassen worden, toll!” Sein Vater kann es kaum fassen: “Im Moment bekomme ich noch gar nichts raus, ich bin total blockiert. Es ist großartig. Ich habe nicht daran geglaubt, vor allem heute nicht!”

Die Kollegen beim öffentlich-rechtlichen Sender France 3 bereiten den Empfang vor, auch hier kullern Tränen der Erleichterung. Taponier und Ghesquiere waren Ende Dezember 2009 gut 60 Kilometer nordöstlich von Kabul bei Dreharbeiten für eine Reportage entführt worden, zusammen mit drei afghanischen Begleitern. Auch diese wurden freigelassen. Die beiden Franzosen wurden für Donnerstagmorgen in Frankreich erwartet. Möglicherweise werde Präsident Nicolas Sarkozy sie begrüßen, aber dann nicht in öffentlichem Rahmen hieß es.

Über Gegenleistungen wurde nichts bekannt, Außenminister Alain Juppé erklärte aber, Frankreich zahle kein Lösegeld. Die Verhandlungen hätten sich so lange hingezogen, weil man es mit einer desorganisierten, komplexen Gruppe mit mehreren Anführern zu tun gehabt habe.

Frankreich hatte erst vor kurzem den Abzug seiner Truppen aus Afghanistan angekündigt.