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Von K wie Kommunismus zu K wie Kapitalismus - 90 Jahre KP Chinas

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Von K wie Kommunismus zu K wie Kapitalismus - 90 Jahre KP Chinas

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Mit diesem Tag wurde die Kommunistische Partei Chinas zu einem Faktor in der Weltpolitik.

Am 1. Oktober 1949 rief ihr damaliger Vorsitzender Mao Tse tung in Peking die Volksrepublik China aus.

Die führende Partei in diesem neuen Staat war 1921 entstanden, in einer Zeit, als auch in Europa Kommunistische Parteien gegründet und von der Leninschen in Moskau über die Komintern mehr oder weniger eng geführt wurden.

Bei der chinesischen KP verlief die Entwicklung von Anfang an in eigenen Bahnen. Sie setzte auf militärischen Kampf und im Gegensatz zur marxistischen Theorie erklärte Mao Chinas landlose Kleinbauern zum Proletariat und damit zur führenden Klasse in der erstrebten Revolution.

Auf Schlachten und dem legendären “Langen Marsch” beruht der Gründungsmythos der Volksrepublik.

Den pflegen Veteranen wie der 90jährige Mao Guangrong, der das gute Leben heute preist, für das er in der Roten Armee gekämpft habe.

Kommunistisch sind an der heutige chinesischen KP nur noch die Rituale und jene Organisationsprinzipien, mit denen sich der Führungsanspruch der Parteispitze durchsetzen lässt.

Mit Moskau hatten die Parteiführer in Peking schon in den 1960er Jahren gebrochen. Die Genossen in China wurde über Jahre hinweg auf die Wachsamkeit gegenüber zwei Feinden eingeschworen: den “Imperialisten” in Amerika und den “Revisionisten” in der Sowjetunion.

Letztere sind an sich selbst gescheitert und vom ehemaligen Klassenfeind hat sich die neue chinesische Elite ihre wichtigsten Wirtschaftsmethoden abgeschaut.

Grundsatz kommunistischer Politik war ursprünglich das Streben nach Gerechtigkeit, das Eintreten für die Schwachen in der Gesellschaft. Das “K” steht bei dieser Partei längst für “Kapitalismus”, der mit Führungsmechanismen aus kommunistischer Vergangenheit höchst effektiv praktiziert wird.

Wer dieser Kaderpartei beitritt, will heute an die Fleischtöpfe des Systems. Ausgebeutete, um ihr Recht wie ihren Besitz Betrogene, gelten dabei ebenso als Störenfriede wie Menschen, die nach Demokratie streben.