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Bundestag besiegelt deutschen Ausstieg aus der Kernkraft

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Bundestag besiegelt deutschen Ausstieg aus der Kernkraft

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Deutschlands Ausstieg aus der Kernkraft ist nun besiegelt: Der Bundestag hat ihn mit großer Mehrheit beschlossen. Für den Ausstieg stimmten die Regierungsfraktionen, aber ebenso Sozialdemokraten und Grüne. Gegen das Gesetz waren die Linke und einige einzelne Abgeordnete.

Der Umweltminister verteidigt den Beschluss – obwohl die Regierung noch letztes Jahr die Kernkraftwerke sogar länger laufen lassen wollte.

“Es ist erstmalig und darum bisher einmalig”, sagt Umweltminister Norbert Röttgen von der CDU; “dass

ein großes Industrieland sich bereit erklärt, diese technologisch-wirtschaftliche Revolution zu machen:

weil wir glauben, dass es gut für unser Land ist.”

SPD und Grüne sehen die Energiewende aber als ihren Erfolg: Sie hatten in ihrer Regierungszeit ebenfalls schon einen Atomausstieg beschlossen, der aber von der jetzigen Regierung letztes Jahr gekippt wurde – bis jetzt, zur erneuten Kehrtwende nach der Katastrophe von Fukushima.

“Mir reicht die Ironie der Geschichte”, meint Grünen-Fraktionschefin Renate Künast an die Adresse der Regierung, “dass Sie jetzt faktisch dem sich annähern müssen, was Sie jahrzehntelang bekämpft haben.”

Acht ältere Kernkraftwerke sind schon abgeschaltet und bleiben es auch, die restlichen neun folgen in den Jahren bis 2022. Als Ausgleich sollen erneuerbare Energien ausgebaut werden.

Nächste Woche befasst sich mit dem Ausstieg noch der Bundesrat; die Zustimmung der Länderkammer ist aber sicher.