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Jarres umweltfreundliches Hochzeitskonzert ist nichts für Möwen

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Jarres umweltfreundliches Hochzeitskonzert ist nichts für Möwen

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euronews: War das Ihre Idee oder der Einfall von Fürst Albert?

Jean Michel Jarre: Das war eine Idee von Fürst Albert oder sogar vom ganzen Fürstentum. Hier wurde ja viel darüber gesprochen, ein großes Open-Air-Konzert zu machen, was es so weder an der Côte d’Azur noch der italienischen Riviera gegeben hat. Ein Konzert, unter freiem Himmel, gratis, wo jeder kommen kann, das ist wie eine Festival-Mischung aus Coachella und Woodstock.

euronews: Woran haben Sie bei der Vorbereitung des Konzertes gedacht? Hatten Sie da die Vorstellung von einer Luxus- oder Glamourhochzeit?

Jean Michel Jarre: Ja, ich denke Monaco verkörpert alle diese Phantasien und Träume seit Jahrzehnten. Und ich denke, dies ist auch eine Gelegenheit für Monaco, der Welt zu zeigen, wie es im 21. Jahrhundert aussieht. Und das bedeutet Hightech, Glamour, Popularität und Rock’n Roll, denn das Hochzeitspaar ist schon ganz schön “rockig” – und gleichzeitig befassen sich beide auch mit Umweltfragen, besonders was den Ozean, das Meer angeht. Das ist sozusagen das Szenenbild, das ich mir vorgestellt habe. Mit diesen quasi-Augen, die über die Struktur drüberschauen. Das ist einmal die Welt, die nach Monaco schaut, aber auch umgekehrt Monaco, das in die Welt hinausblickt. Und es steht symbolisch für für die Hochzeitsringe und für Monacos Verbundenheit zum Meer und ganz allgemein der Meereswelt. Das war sozusagen der Ausgangspunkt für die Bühnengestaltung des Konzerts.

euronews: Kann man sich nach fast 40 Jahren im Geschäft noch erneuern?

Jean Michel Jarre: Das ist wie mit gutem Wein. Das Problem für einen Künstler ist es nicht, sich zu erneuern, sondern es geht darum, so nah wie nur möglich an die Vorstellung heranzukommen, die man im Kopf hatte, als man begann. Und man unternimmt alles für den Versuch, die Dinge besser zu machen. Alles, was wir hier benutzen, ist umweltfreundlich, und das Feuerwerk, das das Konzert begleitet, ist ohne Umweltgifte hergestellt. Andererseits waren allerdings die Möwen über unsere Proben gestern nacht so verärgert, dass sie sich heute morgen im Hotel an mir gerächt und mich wie verrückt angegriffen haben, um mir den Toast zu stehlen. Das war wie in “Die Vögel” von Hitchcock.

euronews: Womit wir bei Grace Kelly wären…

Jean Michel Jarre: Ja, genau…

euronews: Der Kreis schließt sich.

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Jean Michel Jarre: Ich wollte es gerade sagen.

euronews: Danke für Ihre Zeit.