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José Bové: "für Polen sind Klimafragen nicht auf der Tagesordnung"

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José Bové: "für Polen sind Klimafragen nicht auf der Tagesordnung"

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Der französische Grüne im Europaparlament José Bové setzt einerseits Hoffnung in die polnische EU-Ratspräsidentschaft – weil das Land eine große Agrarnation ist. Doch von seiner Reise nach Polen kam kürzlich schockiert zurück – auch die polnische Blockadehaltung trägt dazu bei.

José Bové: “Polen ist heute völlig auf dem falschen Weg. Das Land schaut nur in den Rückspiegel. Das Europa-Parlament hat gesagt, dass die Treibhausgasemissionen um mindestens 30 Prozent gesenkt werden müssen – aber Polen beharrt auf 20 Prozent!

Ich habe mit dem polnischen Ministerpräsidenten gesprochen und verstanden, dass Umwelt- und Klimafragen absolut nicht auf seiner Tagesordnung stehen. Beunruhigend ist, dass in ein paar Monaten der nächste UN-Klimagipfel in Durban, in Südafrika, stattfindet, und Polen dort Europa repräsentieren wird. Das ist ein wirkliches Missverhältnis.”

“Polen hat sich an die multinationalen Gas- und Ölfirmen ausverkauft, um Schiefergas zu fördern. Das ist ein wirkliches Problem. Aber ich denke, dass das ein globales Problem der Europäischen Union ist: seine wirtschaftliche Entwicklung zu sichern und gleichzeitig die Klimafrage nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist eine der Grundfragen!

Man darf nicht vergessen, dass die Industrieländerländer des Nordens für das Klimaproblem verantwortlich sind. Das heißt, dass wir auch die Lösung aufzeigen müssen.

Wenn aber Europa nicht in der Lage ist, mit einer Stimme zu sprechen, wie sollen dann morgen China, Indien und andere Länder akzeptieren, sich unserem gemeinsamen Schicksal zu stellen?”