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DSKlation: Strauss-Kahn kommt auf freien Fuß - Ermittlungen gehen weiter

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DSKlation: Strauss-Kahn kommt auf freien Fuß - Ermittlungen gehen weiter

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Bedeutender Tag für Dominique Strauss-Kahn: Der wegen versuchter Vergewaltigung angeklagte Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) kommt unter Auflagen auf freien Fuß. Das zuständige New Yorker Gericht hob jetzt den verschärften Hausarrest auf, Strauss-Kahn kann seine Fußfesseln ablegen, die Bewachung wird aufgehoben und er bekommt seine Kaution in Höhe von sechs Millionen Dollar zumindest in Teilen zurück. Allerdings muss er weiter in den USA bleiben, die Reisedokumente des Franzosen bleiben bei den US-Behörden. Der Prozess wird am 18. Juli fortgesetzt, die Anklage besteht weiterhin.

Grund für die überraschende Wendung im Prozess waren laut Presseberichten Zweifel an der Glaubwürdigkeit des klagenden Zimmermädchens, einer 32-jährigen Frau aus Guinea in Westafrika. Sie könnte in Drogenhandel und Geldwäsche verstrickt sein, heißt es laut Pressemeldungen von den Ermittlern.

Die Staatsanwaltschaft habe den Anwälten Strauss-Kahns brieflich mitgeteilt, die Frau habe zugegeben, vor der Grand Jury gelogen zu haben. Sie habe, anders als damals behauptet, nach dem angeblichen Vorfall in der Suite des Hotels noch ein weiteres Zimmer geputzt, bevor sie ihren Chef informierte.

Außerdem habe sie in Sachen ihres Asylantrags die Unwahrheit gesagt und sich mit einem ihr bekannten, inhaftierten Drogendealer darüber unterhalten, wie sie aus dem Fall Profit schlagen könne. Das habe ihre Glaubwürdigkeit untergraben, so die Ermittler.

Während seine Anwälte die Freilassung als guten Tag für ihren Mandanten und dessen Familie feierten – Strauss-Kahn war in Begleitung seiner Ehefrau Anne Sinclair erschienen – blieb der Anwalt des Zimmermädchens, blieb Kenneth Thompson bei den Vorwürfen. “Die Tat hat stattgefunden”, sagte er nach der Anhörung im Gericht.

In Frankreich wird indes schon darüber spekuliert, ob Dominique Strauss-Kahn, beziehungsweise DSK, wie er hier genannt wird, jetzt wieder Chancen hat, Sarkozy zu beerben und Präsident zu werden. Der Sozialist galt bis zum Beginn des Prozesses als aussichtsreicher Bewerber seiner Partei für den Posten. Jack Lang, der ehemalige französische Kultur- und Bildungsminister sagte, wenn DSK jetzt nach Frankreich zurückkehre, werde er populärer sein als zuvor.