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Marokkaner stimmen über Verfassungsänderung ab

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Marokkaner stimmen über Verfassungsänderung ab

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In Marokko hat die Abstimmung über eine Verfassungsreform begonnen. Rund 13 Millionen Menschen sind aufgerufen, über die von König Mohammed VI. vorgeschlagenen Änderungen abzustimmen.

Die Pläne sehen vor, die Macht des Königs zu beschränken. So soll er künftig nicht mehr einfach bestimmen können, wer Ministerpräsident wird, sondern er müsste den Kandidaten der stärksten Partei zum Regierungschef machen. Daneben soll die Berbersprache dem Arabischen gleichgestellt werden.

Die Zustimmung gilt als sicher. Neben den Parteien im Parlament haben sich auch viele Bürger bei Kundgebungen für die Reform ausgesprochen. Viele sehen darin einen historischen Wandel.

Die Protestbewegung allerdings rief zum Boykott auf, da der König auch im Falle der Reform der wichtigste Machtfaktor in der Politik des Landes bleibt. So wird er weiterhin Kabinettssitzungen leiten, das Parlament auflösen können, er bleibt Oberbefehlshaber der Streitkräfte und religiöser Kopf der marokkanischen Muslime.

Mit der Reform will der König die Gefahr verringern, dass er dasselbe Schicksal erfährt wie die Staatschefs von Tunesien und Ägypten.