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Kampf um Bahntrasse bei Turin wird härter

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Kampf um Bahntrasse bei Turin wird härter

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Die Proteste gegen die Hochgeschwindigkeits-Trasse der italienischen Bahn eskalieren. Bei neuerlichen Zusammenstößen zwischen Gegnern des Projekts und der Polizei sind am Sonntag Dutzende Menschen verletzt worden. Gewaltbereite Demomstranten hatten die Tunnelbaustelle in Chiomonte belagert. Als die Polizei Tränengas einsetzte, bewarfen die Aktivisten die Beamten mit Steinen, Flaschen und Knallkörpern. Rund 50 Polizisten und mehrere Demonstranten wurden teilweise schwer verletzt. Erst am Montag waren bei Auseinandersetzungen rund 80 Menschen verletzt worden.

Die Trassen-Gegner bekämpfen das Projekt seit Jahren. Sie befürchten starke Eingriffe in die Natur und überhöhte Kosten. “Wenn wir dieses Projekt ablehnen, hat das nichts mit Vorurteilen zu tun”, erläutert eine Demonstrantin, “aber wir haben über die Jahre eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellt. Und wenn wir die Kosten und den Nutzen analysieren, ist klar, dass das Projekt im Moment vollkommen unnötig ist.”

Die Hochgeschwindigkeitstrasse soll Turin in Italien und Lyon in Frankreich verbinden. Die Tunnelbaustelle wurde erst vor kurzem eröffnet, auch weil die EU Druck machte: Sie drohte, die Fördermittel in Höhe von rund 670 Millionen Euro einzubehalten, sollten die Arbeiten nicht vorangehen.