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Richter wirft störrischen Mladic aus dem Gerichtssaal

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Richter wirft störrischen Mladic aus dem Gerichtssaal

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Anders als zunächst befürchtet, ist Ratko Mladic heute zwar vor dem UN-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag erschienen, sein Auftritt war aber nur von kurzer Dauer.

Da sich der Ex-General der bosnischen Serben weigerte, mit dem Gericht zu kooperieren, wurde er aus dem Saal geworfen. Wie schon bei der ersten Anhörung am 3. Juni, wollte er weder auf schuldig noch unschuldig plädieren. Das Gericht legte das Plädoyer Mladics daraufhin in dessen Abwesenheit auf “unschuldig” fest.

Einer von Mladics Anwälten in Belgrad hatte gestern noch gesagt, Mladic wolle den heutigen Termin boykottieren, da er nicht seine Wunschanwälte bekommen habe.

Der Boykott blieb dann zwar aus. Dafür verhielt sich der 69-Jährige aber zunehmend störrisch und aggressiv. Als der Vorsitzende Richter Alphons Orie die Anklage verlesen wollte, begann Mladic laut dazwischenzurufen.“Nein, ich höre nicht zu”, so Mladic. Orie verwies ihn des Saals.

Mladic werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in elf Punkten vorgeworfen. Unter anderem soll er für das Massaker von Srebrenica verantwortlich sein, bei dem 1995 rund 8000 bosnische Männer und Jungen von Mladics Einheiten ermordet wurden. Mladic streitet eine Verantwortung ab.