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Sexklage gegen Strauss-Kahn jetzt auch in Frankreich

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Sexklage gegen Strauss-Kahn jetzt auch in Frankreich

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Jetzt will diese Frau Dominique Strauss-Kahn verklagen, auch sie wegen versuchter Vergewaltigung: Tristane Banon hat über ihren Fall schon gesprochen, bisher aber trotzdem auf eine Klage verzichtet. Immerhin ist das, was sie Strauss-Kahn vorwirft, schon acht Jahre her.

Es sei egal, was die Leute jetzt dächten, sagt ihr Anwalt David Koubbi. Sie bekämen ebenso viele Beleidigungen, wie es Unterstützung gebe. Man habe Tristane vorgeworfen, sie hätte doch klagen sollen, wenn das wirklich passiert sei: Aber diese Leute würden sich jetzt entschuldigen.

Die Publizistin Banon hatte damals mit Strauss-Kahn ein Interview geführt. Sie sagt, er habe schon während des Gesprächs ihre Hand gehalten. Später habe er sie entkleiden wollen; sie habe sich gegen seine Übergriffe wehren müssen.

Vor Gericht zog sie damals aber nicht: Davon riet ihr unter anderem ihre Mutter Anne Mansouret ab. Sie ist selbst Funktionärin in Strauss-Kahns Sozialistischer Partei.

Strauss-Kahn wird auch in den USA versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Allerdings hat selbst die Anklage jetzt Zweifel an den Vorwürfen. Der Hausarrest gegen ihn wurde letzte Woche überraschend aufgehoben; die USA verlassen darf er aber noch nicht wieder.

Als Chef des Weltwährungsfonds ist Strauss-Kahn inzwischen zurückgetreten; ob er für die Sozialisten immer noch in den kommenden Präsidentschaftswahlkampf ziehen könnte, ist offen.

Vor seiner Festnahme in New York galt er als aussichtsreichster Kandidat, der auch Amtsinhaber Nicolas Sarkozy schlagen könnte. Nach der Entwicklung des Falls in den USA steigen seine Aktien wieder. Einen ähnlichen Fall in seiner Heimat könnte er dabei allerdings nicht gebrauchen: Strauss-Kahn will deshalb seinerseits jetzt Banon verklagen – wegen Verleumdung.