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Thailand: Schwester gewinnt Wahlen, was macht der Bruder?

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Thailand: Schwester gewinnt Wahlen, was macht der Bruder?

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Zumindest indirekt ist auch er Wahlsieger. Der Asylant Thaksin Shinawatra, der seit seinem zweiten Sturz in Dubai lebt. Dass es seine Anhänger sind, die seiner Schwester zu so einem triumphalen Wahlsieg verholfen haben, daran zweifelt niemand. Nun lautet die Frage, wann wird er wieder wie intensiv mitregieren.

“Ich habe es mit der Rückkehr nicht eilig”, lautete sein ersten Kommentar. Er wolle zunächst abwarten, wie es mit der Versöhnung laufe. Wenn er Teil der Lösung sein könne, dann werde er dort sein. Wenn er aber Teil des Problems sei, werde er fortbleiben.

Das Problem, das waren zuletzt die blutigen Zusammenstöße in Thailand im vergangenen Jahr.

Als um die hunderttausend “Rothemden”, wie Shinawatras Anhänger genannt werden, wochenlang das Leben in der Hauptstadt lahmlegten, um Neuwahlen zu erzwingen. Als das Militär mit Gewalt gegen sie vorging, was 92 Menschen das Leben kostete.

Der Bruder der jetzt gewählten Ministerpräsidentin hatte sich für die Benachteiligten im wirtschaftlich aufstrebenden Thailand eingesetzt, auch für die landlosen Bauern. Und dies mit durchaus populistischen Methoden.

Also hatte zunächst ein Jahr nach seinem zweiten Wahlsieg das Militär gegen ihn geputscht.

Thaksin Shinawatra hatte 2001 seine erste Wahl mit einer ebenso überwältigenden Mehrheit gewonnen wie jetzt seine Schwester die ihre.

Den “Gelben”, den Königsanhängern und Vertretern der seit ewigen Zeiten herrschenden Eliten, geriet er zum Störfaktor. Weshalb in deren Interesse die Armee eingriff.

Das war 2006. Thaksin Shinawatra gewann trotzdem die nächste Wahl.

Er kehrte 2008 aus seinem Londoner Exil heim und stellte sich dem Prozeß wegen Korruption, der gegen ihn und seine Ehefrau angestrengt worden war. Von der Frau trennte er sich – das Problem wurde er damit aber nicht los.

Seine Gegner hatte ihre Zeit gut genutzt und die Verfassung zu ihren Gunsten geändert.

Also wartete Thaksin Shinawatra lieber nicht das Urteil ab – sondern ging wieder ins Exil, diesmal nach Dubai. So wurde er in Abwesenheit verurteilt.

Zu zwei Jahren Haft wegen Amtsmißbrauch.

Sollte nun nach dem Wahlsieg seiner Schwester im Zuge der “Versöhnungspolitik” eine allgemeine Amnestie folgen, dann wäre er der erste, der davon profitieren könnte.