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Ende der Wehrpflicht in Deutschland

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Ende der Wehrpflicht in Deutschland

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Sie gehören zu den letzten deutschen Wehrpflichtigen, diese Anfang Januar eingezogenen Rekruten. Seit dem 1. Juli 2011 ist in der Bundesrepublik Deutschland die Wehrpflicht per Gesetz abgeschafft. Sie bleibt allerdings in der Verfassung verankert und kann bei Bedarf vom Bundestag mit einfacher Mehrheit wieder eingeführt werden.

Somit ist nun die deutsche Bundeswehr wie bereits andere Streitkräfte ihrer NATO-Verbündeten eine reine Berufsarmee. Diese Reform folgt den veränderten Anforderungen an die Streitkräfte in Folge einer veränderte Weltlage.

Von zuletzt 220.000 Mann soll die Gesamtgröße der Bundeswehr sinken auf eine Einsatzstärke zwischen 170.000 und 185.000 Mann.

Diese Reform hatte weitgehend der inzwischen zurückgetretene Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg ausarbeiten lassen. Dabei ließ er sich auch von Bewertungen der Europäischen Verteidigungsagentur leiten, die die deutschen Einsatzkräfte als zu wenig effizient einschätzt. Deutlich weniger als ihre Partner z.B. beim Afghanistaneinsatz. Solchen Einsätzen nehmen angesichts der multipolaren Gefahren im Aufgabenspektrum der NATO-Armeen einen immer größeren Raum ein.

Entstanden ist die Bundeswehr im “Kalten Krieg”.

1956, elf Jahre nach dem letzten deutschen Angriffskrieg, wurde die Bundesrepublik auch militärisch in westliche Bündnisstrukturen eingebunden. Ihr langjähriger Hauptfeind, die Nationale Volksarmee der DDR, führte 1962 die Wehrpflicht ein und wurde mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 aufgelöst.

Die historische Wende beim Einsatzziel vollzog im Kosovo-Krieg eine sozialdemokratische Regierung. Kanzler gerhard Schröder sagte 1999: “An dem Einsatz der NATO sind auch Soldaten der Bundeswehr beteiligt. So haben es Bundesregierung und hat es der deutsche Bundestag beschlossen.”

Damit wurde endgültig der Schwur von Kriegsgegner von 1945 zu den Akten gelegt, “nie mehr dürfe ein deutscher Soldat seinen Fuß auf fremden Boden setzen.” Dieser Beschluß zur Teilnahme am Kosovo-Einsatz geriet 1999 auch zur Zerreißprobe der damals an der Regierung beteiligten Grünen.

In der Hymne der DDR, des untergegangenen zweiten deutschen Staates, stand: “…dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint.”

Inzwischen hat auch die Bundeswehr ihre Gefallenen. 52 Männer sind bisher bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen.

7000 Bundeswehrsoldaten sind derzeit gleichzeitig im Einsatz. Ihre Zahl soll auf zehntausend steigen.

Das französische Kontingent umfasst 22.000 Mann, das britsche 30.000.