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Haute-Couture von Dior, Iris van Herpen und Bouchra Jarrar

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Haute-Couture von Dior, Iris van Herpen und Bouchra Jarrar

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Mit Spannung erwartet: die Pariser Haute-Couture-Schauen für Herbst und Winter 2011. Das Modehaus Dior machte den Anfang, selbstbewusst und bunt, wie um der Welt zu zeigen, dass es auch ohne John Galliano geht. Vor vier Monaten war der wegen antisemitischer Äußerungen unter Anklage stehende Ex-Chefdesigner gefeuert worden.
Einen offiziellen Nachfolger gibt es noch nicht. Stattdessen wurde das sogenannte Studio aktiv, zehn talentierte Jungdesigner, koordiniert von Gallianos langjährigem Assistenten Bill Gaytten. Die erste Haute-Couture-Kollektion ohne Galliano beeindruckte mit architektonisch anmutenden Stofflagen und psychodelischen Mustern. Kritiker bemängelten die Abwesenheit eines roten Fadens. Applaus gab es dennoch für die hochkarätige Schneiderkunst. Bis zu 500 Stunden Arbeit stecken in einem solchen Haute-Couture Kleid.
Die Niederländerin Iris van Herpen gilt als neue Hoffnungsträgerin der Haute-Couture. Als Gast-Designerin zeigte sie erstmals in Paris ihre erstaunlichen Entwürfe, die den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen scheinen. Kleider, die wirken wie Gerüste, steif und konstruiert, eigentlich untragbar, aber darum geht es ja auch gar nicht in der Haute Couture. Sondern um neue Ideen, um bahnbrechende Perfektion, ungewöhnliche Materialexperimente und avantgardistische Formenspiele.
Eine andere Facette der Haute Couture, eine aufs Wesentliche konzentrierte, tadellos geschneiderte Eleganz, präsentierte die französische Designerin mit marokkanischen Wurzeln BouchraJarrar. Dass sie bei Balenciaga und Christian Lacroix ihr Handwerk erlernte ist deutlich zu spüren. Gleichzeitig lässt Jarrar japanische Eindrücke einfließen, mit simplen, asymmetrischen Schnitten und starken Kontrastfarben.