Eilmeldung

Eilmeldung

Japans Katastrophenminister tritt zurück

Sie lesen gerade:

Japans Katastrophenminister tritt zurück

Schriftgrösse Aa Aa

So schnell scheiden nur wenige Minister aus dem Amt: Gerade eine Woche nach seiner Nominierung ist Japans Minister für den Wiederaufbau der Katastrophengebiete zurückgetreten. Anlass waren seine umstrittenen Äußerungen beim Besuch der betroffenen Region. Eine weitere Schlappe für Regierungschef Naoto Kan.

Mehr als alles andere habe er für die Katastrophenopfer da sein sollen, erklärte Minister Ryu Matsumoto und entschuldigte sich, ihre Gefühle mit unangebrachten Äußerungen oder harschen Worten verletzt zu haben.

Für Empörung hatte vor allem seine Äußerung beim Besuch in der Präfektur Iwate gesorgt, dass die Regierung nur den Gemeinden helfen werde, die eigene Ideen für den Wiederaufbau entwickelten – den anderen werde man nicht helfen. Weiterhin hatte er sich öffentlich beschwert, dass der Gouverneur von Miyagi ihn warten ließ, den anwesenden Journalisten dann aber unter Androhung negativer Konsequenzen für ihre Sender und Verlage verboten, dies zu berichten.

Die Affäre erhöht den Rücktrittsdruck auf den politisch angeschlagenen Ministerpräsidenten Kan, dem Missmanagement vorgeworfen wird. Er hat seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, will zuvor aber noch drei wichtige Gesetze für den Wiederaufbau durchbringen. Beobachter erwarten Kans Rücktritt gegen Ende August.