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Neuer Ärger für Strauss-Kahn in seiner Heimat

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Neuer Ärger für Strauss-Kahn in seiner Heimat

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Auf Dominique Strauss-Kahn kommt in seiner Heimat Frankreich neuer Ärger zu: Diese Frau, Tristane Banon, hat ihn dort jetzt verklagt, ebenfalls wegen versuchter Gewaltigung.

Der mutmaßliche Fall liegt allerdings lange zurück.

Strauss-Kahn nennt den Vorwurf eine Lüge und will seinerseits wegen Verleumdung klagen.

Er wolle daraus keinen politischen Fall machen, sagt Banons Anwalt David Koubbi; wenn aber Politiker Banons Verteidigung blockieren wollten, dann werde man sie als Gegner betrachten.

Acht Jahre ist es her, dass die heute 32-jährige Tristane Banon mit Strauss-Kahn ein Interview führte. Der Politiker soll dann über sie hergefallen sein, so dass sie ihn nach eigener Aussage abwehren und aus dem Raum flüchten musste.

Alleine das zu beweisen wäre aber schon schwierig – ganz zu schweigen von einem Vergewaltigungsversuch. Damals hielt ihre Mutter Banon von einer Klage ab: Sie ist eine Funktionärin in Strauss-Kahns Sozialistischer Partei.

Der Staatsanwalt könne selbst ermitteln oder einen Untersuchungsrichter beauftragen, sagt der Rechtsexperte Christopher Mesnooh. Er könne auch entscheiden, dass die Klage keine ausreichende Grundlage habe und sie abweisen – wie es jetzt wohl auch in New York sein werde.

In New York allerdings bricht die Anklage gegen den ehemaligen Chef des Weltwährungsfonds offenbar in sich zusammen: Eine Zeitung vermeldet das schon als Gewissheit.

Die Staatsanwaltschaft selbst hat Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers. Die Frau hat mehrfach gelogen, sowohl vor Jahren in ihrem Asylantrag als auch, was den Hergang nach der möglichen Tat angeht. Strauss-Kahn kam deshalb letzte Woche schon aus seinem Hausarrest frei; nur die USA darf er noch nicht verlassen.

Frankreich fragt sich nun, ob ein entlasteter Strauss-Kahn vielleicht nächstes Jahr doch noch zur Präsidentenwahl antreten könnte – sowie vorher zur Vorwahl seiner Partei. Vor seiner Festnahme in New York galt er für beides als der aussichtsreichste Bewerber; viele sahen ihn schon anstelle von Nicolas Sarkozy als kommendes Staatsoberhaupt.