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Drei Jahre auf Bewährung für Verunglimpfung Lukaschenkos

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Drei Jahre auf Bewährung für Verunglimpfung Lukaschenkos

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Der Korrespondent der polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza in Weißrussland ist zu drei Jahren Haft auf Bewährung wegen Verunglimpfung von Staatschef Lukaschenko verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Strafkolonie gefordert.

Andrzej Poczobut, der auch im Verein der polnischen Minderheit in Weißrussland aktiv ist, erklärte, das Urteil ändere seine Ansichten nicht. Er sehe die Strafe, die geringer ausfiel, als er erwartete, als Ergebnis des Drucks auf das Regime – es sei das erste Ergebnis der wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Lukaschenko-Regime.

Seine Frau reagierte verhaltener auf das Urteil, denn konkret setzten die Richter die dreijährige Haftstrafe für ihren Mann für zwei Jahre auf Bewährung aus: Sie freue sich, dass er jetzt freikomme, sei sich jedoch auch bewusst, dass er jederzeit wieder ins Gefängnis gesteckt werden könne.

Der Journalist war wegen angeblicher Beleidigung Lukaschenkos in seinen Artikeln für die Zeitung und im Internet im April festgenommen worden. Er war schon nach den Demonstrationen gegen die Wiederwahl Lukaschenkos zu 15 Tagen Haft verurteilt worden.

Polen, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, kritisierte das Urteil und forderte die Freilassung der politischen Häftlinge in Weißrussland. Auch die OSZE hatte gegen seine Verhaftung protestiert.