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Moody's nach Abstufung Portugals scharf kritisiert

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Moody's nach Abstufung Portugals scharf kritisiert

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Die Ratingagentur Moody’s hat dem Schuldensünder Portugal ein verheerendes Zeugnis ausgestellt und

ist damit ins Visier der Politik geraten. Moody’s befürchtet, dass Portugal wie Griechenland ein zweites Rettungspaket braucht. Außerdem rügt die Agentur, das Land komme bei der Haushaltssanierung nicht wie geplant voran.

Die EU-Kommission verurteilte die Entscheidung von Moody’s ungewöhnlich scharf. Die Abstufung führe lediglich zu mehr Spekulation, sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Moody’s hatte die Note Portugals gleich um vier

Stufen auf “Ramsch”-Niveau gesenkt. Anders als die Politik stimmten Finanzanalysten der Einschätzung Moody’s grundsätzlich zu. Allerdings mache der Zeitpunkt der Entscheidung kurz nach der Entspannung an der Griechenland-Front nachdenklich.

Ins Blickfeld rückt nun wieder das Engagement der privaten Banken. Europäische Institute halten knapp 240 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Schulden. Dazu kommen 17 Milliarden bei britischen und rund vier Milliarden bei US-Banken.

Analysten in Lissabon erklärten die Abstufung Portugals durch Moody’s mit der Vermutung, das Land müsse nach einem ersten Rettungspaket auch weiter unterstützt werden.

Die Kapitalmärkte reagierten sofort. Die Rendite zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen erreichte mit 11,6 Prozent einen Rekordstand seit der Euro-Einführung.