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Serbien will Aussöhnung mit Bosnien

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Serbien will Aussöhnung mit Bosnien

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Der Krieg ist lange vorbei: Jetzt wollen Serbien und Bosnien die Zukunft in Angriff nehmen. Vergessen sind die Verbrechen aus dem bosnischen Bürgerkrieg der neunziger Jahre deswegen zwar nicht: Aber Serbien hat sogar den lange als Kriegsverbrecher gesuchten Ratko Mladic verhaftet und an das Jugoslawientribunal in Den Haag ausgeliefert.

Nur eine Festnahme fehlt noch zur weiteren Aussöhnung mit den Nachbarn – in diesem Fall liegen ihre Wurzeln aber im Kroatienkrieg. Serbiens Staatspräsident Boris Tadic gibt sich bei seinem Besuch in Bosnien jedoch zuversichtlich, dass man auch Goran Hadzic noch fassen werde. Nach Den Haag, so sagt er, seien inzwischen 45 der 46 dort Angeklagten ausgeliefert worden oder hätten sich selbst gestellt.

Bosnien-Herzegowina ist aus dem Krieg als zerbrechliches Gebilde hervorgegangen – mit Institutionen, die alle drei Volksgruppen einbeziehen müssen. Moslems und Kroaten bilden eine Föderation; die bosnischen Serben halten sich in ihrem Landesteil weitgehend abseits.

Eine dort oft beschworene Abspaltung soll es aber nach Tadics Willen nicht geben: Er bekundete bei seinem Besuch in Sarajewo den Willen zu engeren und freundschaftlichen Beziehungen und umfangreicher Zusammenarbeit.