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Deutsche Börse: Nächster Halt Wall Street

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Deutsche Börse: Nächster Halt Wall Street

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Die Aktionäre der New York Stock Exchange sagen ja. Nun müssen noch die Wettbewerbshüter auf beiden Seiten des Atlantiks zustimmen, dann können die Deutsche Börse und die New York Stock Exchange (NYSE) fusionieren.

Dann könnte bis zum Jahresende der weltgrößte Börsenbetreiber entstehen.

Die Anteilseigner auf deutscher Seite stimmen nur indirekt über die Fusion ab: Sie haben noch bis Mittwoch, 13.7.2011 Zeit, ihre Aktien in Papiere der neuen gemeinsamen Holding umzutauschen.

Versüßt werden soll ihnen der Umtausch mit einer Sonderdividende von 2,00 Euro je Anteilsschein. Die Frist kann jedoch nochmals um zwei Wochen verlängert werden.

Zusammen kommt das Gebilde auf mehr als 4000 gelistete Unternehmen – das ist Weltrekord. Der neue Konzern soll unter anderem im Derivatehandel eine führende Rolle einnehmen.

Noch sind vor allem Vertreter der Mitarbeiter in Deutschland skeptisch.

Johannes Witt, Betriebsrat und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG:

“Das Votum der Aktionäre hat uns nicht überrascht. Letztendlich ist es konsequent aus deren Sicht, weil es aus ihrer Sicht ein sehr attraktives Angebot ist. Die Führung wird von New York aus gesteuert werden. Díe Deutsche Börse bringt sehr viele Assets ein, was auf der Gegenseite kein entsprechendes Gegengewicht findet. Von daher ist das aus deren Sicht klar.”

Nach Abschluss der Transaktion würden die Aktionäre der Deutschen Börse 60 Prozent am Gesamtunternehmen halten, die Führung übernähme Duncan Niederauer, Chef der NYSE.

NYSE Euronext, entstanden durch eine Fusion im Jahr 2007, betreibt die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris, den Terminmarkt in London, die New York Stock Exchange, die NYSE Amex (früher American Stock Exchange) in New York und die NYSE Arca in Chicago und San Francisco.

Gemessen in Marktkapitalisierung ist die Deutsche Börse gut zwei Drittel mehr wert als NYSE Euronext (11,4 zu 6,7 Milliarden Euro).