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Höhere Euro-Leitzinsen: Laufen lassen mit angezogener Handbremse

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Höhere Euro-Leitzinsen: Laufen lassen mit angezogener Handbremse

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Die Hardliner haben sich durchgesetzt, einerseits: Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 1,5 Prozent.

Damit hat der Kampf gegen die Inflation Vorrang gegenüber der anhaltenden Konjunkturflaute in manchen Euroländern. Vor allem Energie- und Nahrungsmittelpreise waren jüngst kräftig in die Höhe geschnellt.

Als Gegengift zur Wirtschafts- und Finanzkrise hatten die europäischen Währungshüter den Leitzins im Mai vor zwei Jahren auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt – billiges Geld gab es bis zum ersten Zinsanstieg im April dieses Jahres.

Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB:

“Wir tun immer das, was der EZB-Rat für nötig erachtet, um Preisstabilität zu gewährleisten -und die Bodenhaftung der europäischen Wirtschaft, was Preisstabilität und Vertrauen angeht.

Zum Thema Staatsschulden warnte er vor allem, was als Zahlungsausfall bewertet werden könnte: “Wir sagen Nein zu einem Zahlungsausfall, aber zu entscheiden haben wir das nicht”.

Die Währungshüter kündigten andererseits an, dass die EZB künftig auch portugiesische Wertpapiere mit geringer Bonität als Sicherheiten für Zentralbankgeld akzeptieren werde. Ähnliches gilt seit geraumer Zeit auch im Falle Griechenlands und Irlands.

Den Verfechtern eines harten Euro war das ein Dorn im Auge.

Was wollen die Zentralbanker uns damit sagen ? Die Euroschuldenkrise sei Sache der Regierungen, nicht der Währungshüter, lesen EZB-Watcher im Kaffeesatz.

Kritiker fürchten, dass die höheren Zinsen genau da bremsen, wo ohnehin hohe Arbeitslosigkeit oder Sparprogramme für Flaute sorgen: Gerade in Spanien und Irland haben viele Immobilienkäufer ihre Hypotheken kurzfristig finanziert.