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Neuer EU-Kampf gegen teures Roaming

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Neuer EU-Kampf gegen teures Roaming

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Sommerzeit ist Reisezeit, aber wie jedes Jahr wagen viele Europäer nicht, ihr Mobiltelefon im Ausland zu benutzen – wegen der hohen Roaming-Gebühren. Vom 1. Juli 2014 an sollen Verbraucher bei Roaming-Dienstleistern nun mehr Auswahl haben.

Unabhängig von ihrem nationalen Mobilfunkanbieter sollen Kunden künftig einen zweiten Vertrag für das europäische Ausland abschließen können. Das soll Verbrauchern niedrigere Preise beim Telefonieren im EU-Ausland bescheren. Ihre Handynummer sollen sie dabei behalten können.

Die EU Kommissarin für “Digitale Agenda”, die Niederländerin Neelie Kroes erklärte nun in Brüssel: “Wenn die Leute einen solches Roaming-Vertrag haben, dann muss das Telefon im Ausland automatisch auf den Roaming-Anbieter umspringen, ohne dass die Telefonnummer sich ändert, ohne dass die SIM-Karte ausgewechselt werden muss.”

Eine SMS-Nachricht vom Anbieter soll Kunden über die gültigen Preise informieren.

Informationen über die Roaming-Angebote verschiedener Anbieter sollen Verbraucher bei den jeweiligen Betreibern selbst finden. Der nationale Anbieter soll dagegen nicht verpflichtet werden, über Roaming-Tarife anderer aufzuklären.

Da es diese neuen Anbieter aber wohl erst ab 2014 geben wird, legte die Kommission fest, dass bis dahin die Höchstpreise für Roaming weiter sinken sollen. Von 35 Cent pro Minute seit dem ersten Juli dieses Jahres auf 24 Cent pro Minute im Juli 2014 – zuzüglich der jeweiligen Mehrwertsteuer der Länder.

Verbraucherorganisationen aber sagen, sie hätten gehofft, dass die EU-Kommission noch weiter geht. David Wiame ist bei der belgischen Organisation Test-Achats für den Bereich Telekom zuständig. Er freut sich, dass es die Höchstpreise gibt, aber: “ob es damit gelingt, die Roaming-Preise auf das Niveau der nationalen Preise zu senken, so wie die EU-Kommission das will, da bin ich sehr pessimistisch.”