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Spanier widersetzen sich Zwangsräumungen

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Spanier widersetzen sich Zwangsräumungen

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Ein immer häufigeres Bild in Spanien: Demonstranten haben sich vor einem Haus versammelt, um eine Zwangsräumung zu verhindern. Sie bilden menschliche Barrieren, um den Gerichtsvollzieher fernzuhalten. An diesem Mittwoch konnten sie in Madrid auf diese Weise einer arbeitslosen Frau und ihren zwei Kindern die Zwangsräumung ersparen – vorerst.
 
Inma Rodriguez kann die Kreditraten für ihre Eigentumswohnung nicht mehr zahlen. Wie viele andere: Spaniens Immobilienblase ist geplatzt – und gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit.
 
“Ich hatte keine Ahnung, was ich da unterschreibe”, erzählt Rodriguez. “Ich kann gar nicht lesen und schreiben. Und sie haben es mir nicht richtig erklärt. Sie haben gesagt, ich könne die Summe langsam abstottern. Und plötzlich heißt es, ich soll mehr als 1.000 Euro im Monat zahlen. Anfangs haben sie noch gemeint, sie könnten den Betrag senken, aber jetzt gestatten sie mir nicht einmal das.“  
 
Kaufen ist bei den Spaniern üblicher als Mieten. Weil die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren drastisch gesunken sind, wollen die Eigentümer, die die Kredite nicht mehr abzahlen können, ihre Bleibe nicht verramschen und gehen lieber ans Eingemachte. Auch Inma Rodriguez weiß, die Zwangsräumung ist nur aufgeschoben – und auch wenn sie irgendwann auf der Straße sitzt, muss sie dennoch weiter die Raten zahlen…