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Affäre um "News of the World" zieht immer weitere Kreise

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Affäre um "News of the World" zieht immer weitere Kreise

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Im Abhörskandal um das britische Boulevardblatt “News of the World” reist Rupert Murdoch nun höchstpersönlich nach London. Der 80jährige wolle die Zeitung, die am Sonntag zum letzten Mal erscheint, selbst abwickeln, hieß es.

Unterdessen gerät auch der britische Premierminister David Cameron unter Druck. Schließlich war sein ehemaliger Berater, der mittlerweile festgenommene Andy Coulson, Chefredakteur bei “News of the World”, als dort Tausende Handys angezapft worden sein sollen. Die Opposition befürchtet, dass Beweise vernichtet werden könnten, und fordert die Einrichtung eines richterlichen Untersuchungsausschusses. “Vor uns liegt ein langer Weg”, erklärt der kulturpolitische Sprecher der Labour-Partei, Ivan Lewis: “Es ist nötig, die entsprechenden Unterlagen, die es den Ermittlern ermöglichen, die Sache aufzuklären, zu sichern. Darum ist es von allerhöchster Wichtigkeit, dass noch heute ein Richter angerufen wird.”

Für Rupert Murdoch steht viel auf dem Spiel – nämlich die Komplettübernahme des Satellitensenders BSkyB, auf die der Medientycoon seit Jahren hinarbeitet. Schon finden in London Demonstrationen gegen den Deal statt, und die britische Regierung hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Der Ruf des britischen Murdoch-Verlags News International droht jedenfalls, ernsthaften Schaden zu nehmen – und damit wankt auch das gesamte Medienimperium von Rupert Murdoch.