Eilmeldung

Eilmeldung

Südsudan: Fahne, Feier - Frieden ?

Sie lesen gerade:

Südsudan: Fahne, Feier - Frieden ?

Schriftgrösse Aa Aa

Die jüngste Nation der Welt feiert sich selbst: Der Südsudan ist unabhängig. Tausende bejubelten die Staatsgründung, zahlreiche Regierungschefs waren gekommen, auch der vom Internationalen Strafgerichtshof mit Haftbefehl gesuchte

Sudanesische Präsident Omar Hassan al-Bashir.

Die Verfassung passt in einen roten Handkoffer –

ob der neue Staat ein Erfolg wird, hängt vor allem von den ehemaligen Mitbürgern im Norden ab. Noch im Mai hatte die Armee al-Bashirs die zwischen Nord und Süd umstrittene Ölregion Abyei besetzt.

Sei’s drum – er werde dem Südsudan als Präsident die Treue halten, schwor Salva Kiir Mayardit –

statt des Militärkäppis der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung den zivilen Cowboyhut auf dem Kopf. “Commander” nennen sie ihn.

Als bei dem Festakt die Flagge des Südsudans gehisst wurde, brachen viele Menschen in Freudentränen aus.

Unter dem vor sechs Jahren beendeten Bürgerkrieg hatte vor allem der Süden schwer gelitten.

Nach jahrzehntelangen Kämpfen hatten sich im Januar fast 99 Prozent der Südsudanesen für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Der christlich geprägte Südsudan wurde mit seiner Loslösung vom vorwiegend muslimischen Norden zum 54. Staat Afrikas.

Deutschland nimmt sofort diplomatische Beziehungen zum Südsudan auf.

Der Nordsudan hatte die Unabhängigkeit des Südens erst im letzten Moment offiziell

anerkannt – an diesem Freitag.