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Poker um britischen Sender BSkyB

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Poker um britischen Sender BSkyB

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Im Poker um die milliardenschwere Komplettübernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB hat Medienmogul Rupert Murdoch seine Strategie geändert. Er zog sein Angebot zurück, sich im Gegenzug zur Übernahme von BSkyB von Anteilen seines Nachrichtensenders Sky News zu trennen. Deshalb muss nun die britische Wettbewerbskommission den Deal prüfen.

Oppositionsführer Ed Miliband erklärte: “Ich würde Herrn Murdoch gern sagen, dass er die Offerte für BSkyB fallen lassen soll. Er sollte sich eingestehen, dass die Vorwürfe gegen seinen News International-Konzern das Übernahmeangebot unhaltbar machen.”

Die wegen der Medienmacht Murdochs in Großbritannien ohnehin umstrittene Übernahme war nach den Enthüllungen im Abhörskandal auf noch mehr Kritik gestoßen. Journalisten der Zeitung “News of the World” sollen die Telefone von bis zu 4 000 Prominenten abgehört haben.

Der britische Premierminister David Cameron forderte Murdoch zum Rückzug auf. “Wenn ich gerade Chef von News Corporation wäre, würde ich mich darauf konzentrieren, das Chaos im Unternehmen in Ordnung zu bringen und mich zuerst um die Probleme kümmern, bevor ich mich mit der Übernahme und allen Details beschäftige.”

Medienberichten zufolge fiel auch der frühere Premierminister Gordon Brown den Abhöraktionen zum Opfer. Er soll von der “Sunday Times”, ebenfalls aus dem Murdoch-Imperium, bespitzelt worden sein.

Auch vor der königlichen Familie wurde nicht halt gemacht. Medienberichten zufolge hat ein Sicherheitsbeamter gegen Bezahlung Kontaktdaten von hochrangigen Mitgliedern der Königsfamilie preisgegeben.